Tegelort

Der Name „Tegelort“ leitet sich von seiner einstigen Bezeichnung „Tegelscher Ort“ ab.

Tegelort liegt im nordwestlichen Teil des Berliner Regierungsbezirkes Reinickendorf und besteht aus heutiger verkehrs- und bebauungstechnischer Sicht aus 16 Straßen und einem (unbewohnten) Platz.

Tegelort ist auf den Koordinaten 13,2333333 östlicher Längengrad und 52,5666667 nördlicher Breitengrad zu finden und liegt 31 Meter über „Normal Null“, also über dem Meeresspiegel. Das entspricht einer Höhe von 104 feet.

Die (Vor-) Geschichte von Tegelort und Jörsfelde beginnt um ca. 1600, als das damalige völlig bewaldete Gebiet des heutigen Tegelort gerodet wird, um neues Ackerland zu erschließen.

1800 – 1900

1822 pachten die Heiligenseer Kossäten 70 Morgen Waldgebiet, welches ungefähr das heutige Gebiet zwischen Beatestraße und Theresenweg abbildet, um es ebenfalls für die Landwirtschaft zu nutzen. Aufgrund der Nähe zum Tegeler See wird dieses Gebiet von den Siedlern „Tegelscher Orth“ genannt.

1872 erwirbt der Berliner Färber Carl Berger für 260 Thaler ein Wassergrundstück, welches sich in der heutigen Scharfenberger Straße befindet. Rund um das Haus Carl Bergers entsteht durch den Bau zahlreicher Häuser und Gründung einiger Gastronomiebetriebe die Villensiedlung „Tegelort“. Das von Carl Berger errichtete Restaurant „Tegelort“, welches später in „Seegarten“ umbenannt wurde, kann man heute noch sehen, allerdings leider nur noch als Bauruine.

1895 wird eine Fährverbindung von Tegelort über Baumwerder nach Saatwinkel eingerichtet.

Im Jahr 1891 erfolgt die Errichtung des „Leuchtturms“, einem Restaurant an der Südspitze von Tegelort, welches sich zu einem späteren Wahrzeichen entwickelt. Im gleichen Jahr erfolgt die „Parzellierung“ von Tegelort und die Errichtung der „Leuchtturmfähre“ von Tegelort nach Spandau-Hakenfelde.

In den Jahren zwischen 1892 und 1896 werden die ersten Bebauungspläne von Tegelort „förmlich festgestellt“.

1895 eröffnetedie Tegelorter Schule in der heutigen Beatestraße.

Schon ein Jahr später, also im Jahre 1896, erhält Tegelort die amtliche Bezeichnung „Villenvorort von Berlin“.

1900 – 1945

Ab 1900 wird begonnen, die Tegelorter Straße zu bepflastern und Petroleumlampen an diesen aufzustellen.

Im Jahre 1902 gründen einige Tegelorter die „Freiwillige Feuerwehr Tegelort“, drei Jahre später wird das Feuerwehrhaus in der heutigen Friederikestraße (fr. Bismarckstraße) eingeweiht. Im selben Jahr erfolgt auch die Einweihung des gemeindeeigenen Schulhauses in der Luisenstraße.

1908 wird durch die „Stern“-Schifffahrtsgesellschaft am Tegelorter Ufer eine Reparaturwerft errichtet, 1911 erfolgt die Eröffnung einer Postagentur mit Telegraphenbetrieb.

2 Jahre später wird der Bau einer Straßenbahnlinie vom Tegelorter Barschelplatz nach Tegel vollzogen.

1920 erfolgt die „Eingemeindung“ nach „Groß-Berlin“.

In den Jahren 1924 bis 1925 wird Tegelort an das städtische Strom- und Wassernetz angeschlossen, die Energieversorgung wird in den Jahren zuvor (seit 1909) durch die Sandhausener Gasanstalt sichergestellt.

1929 wird der „Freiwilligen Feuerwehr Tegelort“ ihr erstes Löschboot übergeben, 1920 nimmt die Auto- und Personenfähre zwischen Jörsstraße und Aalemannufer ihren Betrieb auf, der noch heute Bestand hat.

Im Jahr 1932 wird das „Strandbad Tegelsee“ eröffnet.

Zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur werden im Jahr 1934 (bis heute unvollendete) Planungen aufgenommen, zwischen Tegelort und Spandau-Hakenfelde eine Brücke zu errichten.

In den Jahren 1935 bis 1936 wird auf dem Gelände der in Konkurs gegangenen „Stern“-Schifffahrtsgesellschaft eine Werksangehörigensiedlung für MitarbeiterInnen der Fa. Rhein-Metall Borsig errichtet.

1940 erfolgen die ersten Luftangriffe, in deren Folgen u.a. das 1891 errichtete Restaurant „Leuchtturm“ im Jahr 1944 durch einen amerikanischen Bombenangriff völlig zerstört wird, bei dem auch 24 Menschen ihr Leben verlieren.

Am 23.4.1945 wird Tegelort durch die „Rote Armee“ besetzt, wird durch diese aber am 14.7.1945 an die Briten übergeben.

Im August 1945 erfolgt die Übergabe an die Franzosen.

1945 – heute

In den Jahren 1948 und 1949 werden in den Nächten Stromsperrungen wegen der Berliner Blockade verhängt. Ein Jahr später wird Tegelort zusammen mit Konradshöhe unter dessen Namen ein eigenständiger politischer Ortsteil innerhalb von Berlin-Reinickendorf.

1953 wird am heutigen Gerlindeweg das neue Tegelorter Schulgebäude eingeweiht.

Die Straßenbahnlinie wird 1958 durch die Buslinie 20 ersetzt, die vom Bus befahrenen Straßen werden bis 1961 asphaltiert. Der seit 1885 bestehende Fährbetrieb zwischen Tegelort und Saatwinkel wird ebenfalls im Jahr 1958 eingestellt.

1960 wird die Oberschule am Gerlindeweg aufgelöst, der Tegeler Forst wird in diesem Jahr unter Landschaftsschutz gestellt. Ein Jahr später erfolgt die Umbenennung zahlreicher Tegelorter Straßen in Mädchennamen.

1965 erfolgt die Einweihung des Evangelischen Gemeindezentrums von Tegelort.

Vier Jahre später, also 1969, wird die Schule Tegelort in „Grundschule am Tegelschen Ort“ umbenannt.

1974 werden die Tegelorter Gaslaternen gegen elektrische Straßenleuchten ausgetauscht.

In den Jahren 1980 bis 1985 werden in Tegelort Schmutzwasserkanäle verlegt, der Anschluss an das städtische Kanalisationsnetz ist somit erfolgt. 1985 wird ein weiteres Teilstück des Uferwanderweges zwischen Tegelorter Ufer und dem ehemaligen Restaurant „Seegarten“ eröffnet.

Zu Beginn der Jahtausendwende erhält Tegelort (zusammen mit Konradshöhe) ein eigenes Wappen.

Tegelort eignet sich aufgrund seiner geographischen Lage als Start oder Ziel für ausgiebige Fahrrad- und Bootstouren (Ruder- bzw. Tretboote sind direkt in Tegelort am Barschelplatz gegen Entgelt ausleihbar), oder aber für Waldspaziergänge durch den unmittelbar angrenzenden Tegeler Forst, dessen Flora und Fauna zu allen Jahreszeiten einen besonderen Reiz ausüben.

Kaum 10 Gehminuten von Tegelort entfernt erreichen Sie beispielsweise das Wildgehege im Tegeler Forst, in dem sich zahlreiche Rehe, Wildschweine und weitere Tiere unserer Heimat befinden.

Des weiteren befindet sich in unmittelbarer Nähe eine Imkerei.

Nur weitere wenige Gehminuten von dort entfernt befindet sich das Strandbad Tegelsee mit einem eigenen Restaurant, welches auch außerhalb der Badesaison geöffnet ist.

Der Zugang erfolgt über den Schwarzen Weg , einige Parkplätze bzw. Motorrad- und Fahrradstellplätze sind vorhanden.

Wer sich das Eintrittsgeld sparen möchte, dem steht ein paar hundert Meter weiter, gleich gegenüber der Insel Scharfenberg, auf der sich ein Internat befindet, eine freie Badestelle zur Verfügung.

Oftmals finden auch geführte Wanderungen durch den Tegeler Forst statt.

Bitte erkundigen Sie sich hierzu beim Bezirksamt bzw. bei der Volkshochschule Reinickendorf.

Natürlich können Sie sich in Tegelort nach Ihrem Spaziergang oder Ihrer Radtour auch stärken bzw. erfrischen. Einige Restaurants mit „Seeblick“ sind vorhanden.

Des weiteren bietet Ihnen Tegelort auch einige Übernachtungsmöglichkeiten.